Viele Kunden sehen die Hauptaufgabe eines Loadbalancers darin, die Hochverfügbarkeit von Anwendungen sicherzustellen. Das ist natürlich richtig, denn ein Loadbalancer sorgt einerseits für Lastausgleich und andererseits werden nicht verfügbare Dienste aus dem Pool der erreichbaren Anwendungen entfernt. Ein weiterer nicht minder wichtiger Punkt ist die Fähigkeit eines Loadbalancers, einen Server auch von Aufgaben zu befreien, die nichts mit der reinen Applikationsbereitstellung zu tun haben. Dieses „Offloading“ führt im Schnitt zu einer Performanceverbesserung der Server von ca. 10 – 40%, was natürlich den Ausbau der Serverinfrastruktur minimiert und so auch den ROI des Balancers ergibt.

Technisch gesehen lassen sich beispielsweise Dinge wie SSL-Processing, Compression, Authentifizierung oder Caching auf die Balancer auslagern, dieser bietet für diese Aufgaben eine optimierte Hardwarearchitektur und trägt wesentlich zur Serverentlastung bei.

Loadbalancing und Offloading, das ist sicher nocht nicht alles, was ein moderner Balancer im Hinblick auf Optimierungen heute leisten können muss. Eine Full-Proxy Architektur, wie sie z.B. bei allen BIG-IP mit LTM realisierbar ist, kann für individuelle, sprich client- und serverseitig optimierte Kommunkationsparameter verwendet werden. Ein User, der per Internet auf seine Anwendungen zugreift, benötigt nun mal andere TCP-Parametrierungen als ein Server, der per Highspeed-LAN im Rechenzentrum erreichbar ist.

Auf Grund der vielfältigen Aufgaben ist es gerechtfertigt, nicht mehr nur von einem Loadbalancer zu sprechen, sondern der Begriff „Application Delivery Controller“ bildet sicher besser die Vielfalt dessen ab, was von solchen Systemen heutzutage erwartet wird.