Als wir kürzlich eine Studie* in Auftrag gegeben haben, die den Datenschutz beziehungsweise das Verhalten der Nutzer in puncto Datennutzung und Schutz betrachtet, hätte ich ja darauf gewettet, dass wir im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern viel restriktiver sind – stimmt aber gar nicht! Denn sogar 2/3 der Deutschen sind bereit Informationen zum Familienstand und ihr Geburtsdatum preiszugeben.

Viele Befragte geben trotz geringem Vertrauen in bestimmte Organisationen ihre Daten preis, wenn sie im Gegenzug kostenlos Dienste in Anspruch nehmen können. Die Deutschen sind bezüglich des Datenschutzes nicht so kritisch wie gedacht. Ganz im Gegenteil: sie sind sogar relativ nachlässig mit ihren Daten. Um Services eines Unternehmens kostenlos nutzen zu können, würden 63% der Deutschen ihr Geburtsdatum und sogar 65% den Familienstand preisgeben – mehr als in allen anderen befragten Ländern. Einzig in Bezug auf die Handynummern sind die Deutschen dagegen restriktiv – nur ein Viertel würde die Mobilnummer angeben. 

Die deutschen Verbraucher sehen Banken als die vertrauenswürdigsten Unternehmen (75 Prozent) und glauben, sie würden Kundendaten mehr schützen (74 Prozent) als andere Branchen. Unzufriedenheit verbleibt dagegen bei den Verfahren, die verwendet werden, um Kundendaten zu schützen. Hier ist die Meinung, dass insbesondere Banken (77 Prozent), gefolgt vom Gesundheitswesen (71 Prozent), dem öffentlichen Sektor und der Regierung (74 Prozent), eine bessere Authentifizierung benötigen, um mehr Sicherheit zu schaffen.
Unabhängig der Branche, muss jedes Unternehmen mit Kundenbezug seinen Schutz immer wieder hinterfragen und den gestiegenen Anforderungen des Kunden gerecht werden. In Anbetracht der Tatsache, dass man immer sensibler für das Thema Datensicherheit wird, ist es umso wichtiger eine Sicherheits- und Datenschutzinfrastruktur zu erstellen.

*Mehr als 7.000 Konsumenten aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Beneluxländern, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Polen wurden im Rahmen der Studie zu ihrer Haltung zum Thema Datensicherheit und Handhabung ihrer Daten befragt.